Freitag, 21. Dezember 2018 09:16 Von: Nicole Moraru

Die Wunschlisten ans Christkind von Nicole Moraru

Nachdenklich rückte Gott seine Brille gerade und raufte sich die Haare. Jesus sah in fragend an. „Ich weiß nicht, was ich mit den Menschen machen soll.“ Er schüttelte den Kopf. „Jetzt habe ich Dich schon auf die Erde geschickt, damit Du Ihnen zeigst, wie sie leben sollen…. Das Liebe und Frieden das Leben verschönern und Streit und Gebrüll nur unglücklich und krank machen. Und wenn ich dann auf die Erde sehe, dann sehe ich Mütter, die ihre Kinder anschreien, wenn sie nicht rechtzeitig fertig werden, Fernsehfilme, die selbst mir das Fürchten lehren und Zwietracht an jeder Ecke. Das frustriert mich.“

Gott öffnete ein weiteres Briefkuvert. Unmengen davon lagen auf seinem großen Schreibtisch. Jesus sagte: „Hast Du schon alle Weihnachtswünsche erfüllt?“ – „Das ist es ja eben gerade! Die Wünsche der Kinder sind meistens einfach. Da sende ich eine Email an die Wichtel von Amazon und schon wird alles prompt in den Himmel geliefert. Damit die Engel nicht so gestresst sind in der Weihnachtszeit, habe ich das an Unterlieferanten vergeben. Also Outsourcing.  Schwieriger wird es dann schon, wenn da steht: „Mama und Papa sollen sich wieder vertragen oder – ich will ein Geschwisterchen.“ Bei letzterem funken mir die Eltern oftmals verhindernd ins Handwerk und bei Punkt 1 müssen die Eltern auch mitarbeiten. Ich habe allen Menschen den freien Willen gegeben. Also können sie selber entscheiden, ob sie als Paar in die gleiche Richtung schauen oder über die unterschiedlichen Richtungen zanken.“

Richtig schwierig ist es mit den Wünschen der Erwachsenen. Da steht z. B. ich wünsche mir im nächsten Urlaub klares Meerwasser und gleichzeitig werden täglich Tonnen von Plastikmüll in die Ozeane gekippt. Oder hier steht: Ich wünsche mir nette Kollegen, mit denen ich Spaß bei der Arbeit habe…. Oder ich will im Lotto gewinnen – dabei sind die Lottogewinner meist nur am Anfang glücklich – denn Geld allein macht eben nicht glücklich. Manche, die sich den Lottogewinn wünschen, füllen nicht mal einen Lottoschein aus! Also da wird es mir schon sehr schwer gemacht. Aber auch bei allen anderen Wünschen stellt sich mir die Frage: Was kann der einzelne Mensch tun, damit sein Wunsch in Erfüllung geht?“ Die Mutter, die das Kind anschreit, könnte z. B. morgens früher aufstehen und hätte mehr Zeit aus dem Haus zu kommen. Der Mitarbeiter, der mit dem Kollegen besser auskommen möchte, könnte ihm morgens mal einen Kaffee in die Hand drücken und sagen: Guten Morgen. Schön das Du da bist. Oder ehrliche Komplimente sind wahre Glücksbescherer. Und da gibt es immer etwas zu finden. Der neue Pullover oder eine gute Idee oder die Unterstützung, wenn jemand krank ist oder mal nicht weiter weiß.

Der kürzeste Weg ist jedoch ein Lächeln. Am besten gleich morgens sich selber im Spiegel anlächeln – und den Rest des Tages die Menschen, denen wir begegnen. Mit jedem Lächeln, gutem Wort und guter Tat bringen wir ein Stück Weihnachten in unser Leben und in das der Menschen, mit denen wir unterwegs sind.“

In diesem Sinne wünsche ich allen Kunden, Lieferanten und Ihren Familien ein gesegnetes Weihnachtsfest und einen guten Rutsch ins neue Jahr.

Weihnachtliche Grüße

Nicole Moraru